17.06.2017  | 
CVJM-Jugendhaus Seelow

Ten Singer mit Show in voller Blüte – Ein Trip unter „Freunden“?

Lange arbeiteten die Kinder und Jugendlichen im CVJM-Jugendhaus Seelow auf ihre jährlich stattfindende Ten Sing Show hin. Monate der Vorbereitungen in Band, Tanz und Theater vergingen. Selbst für die jüngsten Kinder in Ten Sing Kids.

Umso erfreulicher, dass die Show in der Cafeteria des Gymnasiums auf den Seelower Höhen am Abend des gedächtnisvollen 17. Juni 2017 stattfinden konnte.

Die Cafeteria füllte sich und die Ten Singer Lydia Miehtke sowie Vivi begrüßten herzlichst die CVJMer und Gäste des Abends. Tatsächlich waren auch Ten Singer aus dem CVJM Berlin-Schönefeld zur Aufführung angereist, die besonders begrüßt wurden.

Leider traf das Motto des Abend „Es bleibt nichts, wie es ist.“ für die jungen Ten Sing Kids Mädels und Jungs direkt zu. Viele der Mädchen und Jungen konnten aus verschiedensten Gründen sowie die Choreografin nicht an der Show teilnehmen, sodass das Vorprogramm mit den süßen Kids ausfiel. Doch sie probten nicht umsonst mehrere Monate mit diesem Motto. Sie waren darauf vorbereitet. Einzig und alleine hielt Pia die Fahne der Ten Sing Kids Crew hoch, die am Schlagzeug der Band spielte.

Die Show in Seelow war genial. Die Zuschauer hatte sowie die Ten Singer hatten ihren Spaß bei der Geschichte, den Songs, mit der genialen Band, dem Poetry Slam sowie dem traditionellen Input auf der Bühne. Monate der Vorbereitungen hatten sich gelohnt, auch wenn die Generalprobe ein reinstes Desaster geworden ist. Lieber die Generalprobe, als die Uraufführung vor Publikum.

Im Weiteren folgt die Geschichte:

FRIEND TRIP – ROAD TRIP „Es bleibt nichts, wie es ist.“

Eine ganz normale Familie mit einer 18-jährigen Tochter namens Alex. Sie möchte die große Welt entdecken. Die Eltern interessieren sich nicht für sie. Am liebsten hätte der Vater, dass sie sofort wie er selbst Wirtschaftsinformatik, Psychologie oder weitere Studiengänge aufnehme und Doktorandin wird sowie die Professur besteht. Doch die Eltern sind total auf sich fixiert, erahnen nicht wie die Tochter sich fühlt. Der Vater dachte 18 Jahre lang, er hätte einen Sohn. Alex sah im Fernsehen nur die schlechte Welt mit ihren Katastrophen und wollte die Welt selbst entdecken, bevor sie ein Urteil fällt.

Sie verschwand mit ihrem Motorrad. Bei einer Tankstelle sah sie wie ein Junge namens Finn, der seine Eltern. Er beschrieb sie, aber nicht genau genug, dass Alex ihn helfen konnte oder wollte. Seine Eltern fuhren mit dem Auto kurzerhand in den Urlaub – ausversehen – ohne Finn.

Naiv und gerissen zugleich an der Tankstelle

So fragte er sie an, ob Alex ihm mitnehmen könne, um die Eltern zu suchen. Naiv wie sie war, stellte sie ihm eine Aufgabe, einen Motorradhelm zu stehlen. Finn tat wirklich alles, um seine Eltern zu finden, also stahl er den Helm, sprang auf das Motorrad, welches plötzlich durch die Cafeteria mit Motorengrölen in die Freiheit des Landes fuhr. Alles roch nach feinsten Benzin.

Sie fuhren nun Stunden durch die Republik. Beide kannten sich kaum, eigentlich gar nicht. Alex hatte nur bei einer kleinen Pause das Bedürfnis auf Toilette zu müssen. Alex und Finn beobachteten, dass zwei Freundinnen sich wegen Kleinigkeiten wie einen ihrer festen Freunde stritten, deren Namen sie nicht einmal wissen. Alex fragte sich schnell, ob es nicht größere Probleme gäbe. Sie fuhren weiter. Nach einer langen Fahrt hatten sie Hunger und an einen Stand erblickten Sie den Würstenverkäufer Ronny aus der Werbung. Sie bestellen sich eine Rostbratwurst im Brötchen und plötzlich war Finn der eine millionste Kunde. Als Alex kurz ging, beobachtete Finn, das der nächste Kunde ebenfalls der eine Millionste war. Stunden vergingen. Es wurde dunkel und sie suchten einen Unterschlupf. Nur eine Brücke war weit und breit zu sehen. Finn stellte sich eher ein Hotel mit ein Bett als ausreichend vor, aber keine Brücke. Unter der Brücke entdeckten sie einen älteren komisch gekleideten Herren. Es war Amor, der widersprüchlich zum Bild Amors keine Liebe mehr empfinden kann.

Amors Hetze gegen die Liebe

Die Beiden setzten sich zu ihm unter die Brücke und er erzählte ihnen seine Lebensgeschichte. Amor lernte seine erkrankte und nun gestorbene Frau kennen. Unter dieser Brücke küssten sie sich das erste Mal und sie spielten in verschiedensten Theater die Aufführung „Amor und Psyche“. Nur als sie starb, empfand er keine Liebe mehr. Es war alles gelogen. Und als plötzlich noch ein Obdachloser hinzukam, der sich unter der Brücke niederlegen wollte, entbrannte Wut aus ihm eine riesen Wut. Er schickte den armen Obdachlosen weg. Finn und Alex waren derart niedergeschlagen und entsetzt, sodass sie ihn darauf aufmerksam machen, dass sie dafür nichts können, er nicht allein sein muss, und helfen kann. Sie gingen. Amor sah ein, dass er Nächstenliebe zeigen kann und holte den Obdachlosen zurück. Finn sah das, und dachte, er fände eventuell wieder seine Liebe.

1000 Jahre Geschichte – Demo um jeden Preis

Eine Nacht verging und sie sahen eine Demonstration. Beide fragten sich, ob sie mit demonstrieren sollten oder eine Gegendemo bilden. Sie hörten zu und waren komplett zerstört. Björn Höcke stellte sich mit einer 1000 jährigen mannhaften und wehrhaften Rede mit einer breiten Maße gegen die etablierten Parteien auf. Alex sah einen ehemaligen Klassenkameraden neben den falsch geschriebenen Demoplakaten wie „Wir sind das Volg!“, „Auslenda rauß“ und „Fraun zurük in die Küsche“. Sie befragte ihren alten Klassenkamerad, der keinen Schulabschluss hat, was er nun mache und wieso er zur AFD gehe. Verständnislos gingen sie und suchten sich selbst etwas Kreatives.

Lebensgeschichten

Finn schlug ihr vor Straßenmusik zu machen, um ein wenig Lebensfreude weiterzureichen. Als sie spielten, kam eine Frau, die ihre Lebensgeschichte erzählte. Sie war von der Karriere besessen und ähnelte den Vater von Alex. Sie zerstritten sich und brachen irgendwann den Kontakt ab. Dieses Lied zeigte der Frau, dass sie ihren Vater anrufen und um Verzeihung bitten muss.

Diebstahl oder Lebensglück?

Bevor die Beiden wieder eine Nacht „unter einer Brücke“ schlafen müssen, haben sie sich entschieden ein Hotel aufzusuchen. Alex wollte kurz an der Rezeption nach einem Zimmer fragen, da kam ihr bereits ein verschwitzter junger Mann entgegen. Sie dachte sich nichts dabei und ging weiter. Er ran auf Finn zu, der das Motorrad bewachte.

Er bat und flehte darum, dass Finn ihn schnell zum Krankenhaus fährt, denn seine Frau bekomme ein Kind. Finn war noch nie selbst Motorrad gefahren und wusste, wenn er wegfährt, bringt Alex sie um. Trotzdem fuhr er mit ihm zum Krankenhaus und wartete bis der Mann wieder kommt. Währenddessen flippte Alex aus als sie mitbekam, dass er mit ihrem Motorrad weggefahren war. Sie glaubte das einfach nicht, dass Finn ihr Motorrad klaut. Sie schwor, sie werde auf ihn warten und wenn es Jahre dauert.

Zum Glück kam der junge Mann aus dem Krankenhaus wieder raus, bedankte sich herzlichst bei Finn und gab ihm sein Handy für einen Anruf. Er rief schnell Alex an, die außer sich war. Finn hingegen fragte ihr, wieso sie so sauer sei. Hätte er das Motorrad gestohlen, würde er doch nicht extra anrufen.

Die Welt ist schlecht!

Sie trafen sich im Hotelzimmer und sahen die Nachrichten. Wie schlecht diese Welt doch sei. Sie sahen die Unterdrückung, die Demonstranten, die vielen, die sich für falsche Sachen einsetzen und sich darüber ergötzen. Dann sahen sie aber auch den ehemaligen Klassenkamerad von Alex, der die Schule abbrach und bei einer Gärtnerei eine Ausbildung beginnt. Sie sahen Ronny, der die Würstchen verkauft und sich über den 2 millionsten Kunden freut. Anscheinend bleibt nichts, wie es ist. Das versuchte Finn ihr klar zu machen, auch wenn sie seine Eltern nie finden werden. Als sie mit angeschalteten Fernseher das Zimmer verließen, kam eine Eilmeldung, dass die Eltern von Finn ihren Sohn suchten und für Hinweise bei der Polizei sehr dankbar wären.

Die Hauptdarstellerin Lea Enkelmann als Alex bot den Zuschauern anschließend einen noch nie gewesenen Poetry Slam für die schlechte Welt und ihre dar. Sie stelle die Hintergründe von Armut, Kranken und Verstoßenen in den Vordergrund; das Unverständnis der Menschheit über Liebe, Gesellschaft und Toleranz. Menschen sollten einfach mal aufstehen, die Welt verstehen, Ansätze hinterfragen und kritisch denken.

Es bleibt nichts, wie es ist – Jesus als Freund und Retter im Herzen

Ihr Bruder Florian Enkelmann war Jahre lang bei Ten Sing in Seelow und kam dieses Mal als Gastredner auf die Bühne. „Es bleibt nichts, wie es ist.“ So wie er sonst die letzten Jahre auf der Bühne stand, so verschwand er auch.

Aber Florian sprach nicht nur von den Sorgen und Nöten, die unsere Welt traurig gestalten lassen. Menschen müsse man zu hören. Wenn sie gefallen sind, dann steht man auf. Wieso ist dieser Obdachlose eigentlich obdachlos und sucht einen Schlafplatz unter der Brücke? Wieso brach der Schüler die Schule ab? Wieso interessiert sich der Vater nur für die Karriere anstatt für die Familie?

Florian denkt und sagt: „Ich finde, die Welt ist nicht schlecht, sowie sie dargestellt wird.“ Unsere schlechten Eigenschaften, unsere Sorgen und Nöte stehen immer im Vordergrund. Was wir nicht kennen und was fremd ist, verurteilen wir. Doch die Hintergründe ignorieren wir.

Einer ist da ganz anders. Er steht uns wie ein Freund zur Seite. Er verrät uns nicht. Das ist Jesus. Er liebt uns wie wir sind und möchte unser Freund sein. Er hetzt nicht gegen andere. Jesus lästert nicht. Er ist wahrlich ehrlich zu uns. Er hält uns, lässt uns nicht fallen und gibt uns Freiheiten fürs Leben. Er hat uns mit dieser Welt beschenkt. Wir sollten etwas daraus machen. „Es bleibt nichts, wie es ist.“

Als Abschluss schmetterten die Ten Singer nochmal ein paar Lieder für die Gäste hin und bedankten sich bei den zahlreichen Gästen sowie Unternehmen und Vereine, die diese Aufführung ermöglichten.

Ein Abschied kommt selten allein

Einen kleinen Abschied musste Ten Sing leider auch verkraften. Christian Hartmann, Ten Singer aus Leib und Seele und ehemalige Mitarbeiter des CVJM Oderbruch e.V. verlässt die Ten Sing Gruppe. Er hat nun eine Stelle als Lehrkraft an einer Seelower Schule. Der CVJM wünscht ihn auf seinen neuen Lebensabschnitt viel Erfolg und Gottes Segen.

Aktualisiert durch: Marcel Schröder